Impfung gegen Borreliose    

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Zecken - Dieter Schütz / pixelio.de
Zecken - Dieter Schütz  / pixelio.de

Zecken
Dieter Schütz / pixelio.de

Die Borreliose ist eine unangenehme Erkrankung, die bei einem Zeckenbiss von infizierten Tieren übertragen werden kann. Sie wird durch Bakterien aus der Gruppe der Borrelien ausgelöst. Die Borreliose ist eine unangenehme Krankheit, weil alle Organe, das Nervensystem, die Gelenke und das Gewebe befallen werden können. Wird eine Infektion frühzeitig erkannt, kann sie mit Antibiotika gut behandelt werden und heilt dann auch folgenlos aus. Schlechter ist die Prognose, wenn sich bereits Folgeschäden, z.B. in den Gelenken, bemerkbar machen.

Die einzige Vorbeugung, die es bis jetzt gibt ist, sich nicht von einer Zecke beißen zu lassen. Falls es doch passiert, sollte sie möglichst schnell entfernt werden (z.B. mit einer Zeckenkarte oder einer Zeckenpinzette), denn je kürzer die Zecke sitzt, desto geringer ist das Risiko einer Übertragung der Bakterien.

Impfung gegen Borreliose

Doch vielleicht gibt es in einigen Jahren eine andere Möglichkeit der Vorbeugung: eine Impfung. Wissenschaftler am Institut für Tropenmedizin des Universitätsklinikums Tübingen haben in den vergangen beiden Jahren eine klinische Studie zu einem Impfstoff gegen Borreliose durchgeführt. Die Impfung hatte in präklinischen Versuchen vor der Borreliose geschützt und beim Menschen eine Antikörperantwort hervorgerufen. Nun wurden verschiedene Konzentrationen und Formulierungen des Antigens, also der Substanz, welche die Immunantwort erzeugt, untersucht. Die Impfung wurde von den rund 300 Personen, an denen sie getestet wurde, gut vertragen und die Probanden entwickelten Antikörper gegen den Impfstoff. Weitere Untersuchungen sollen nun beginnen, um die Entwicklung eines Impfstoffes, der gut wirksam und sicher schützt, fortzuführen.

Es gibt doch eine Zeckenimpfung! Oder?

Die im gemeinen Sprachgebrauch bezeichnete „Zeckenimpfung“ ist gegen FSME, die Frühsommer Meningo Enzephalitis, eine durch Viren hervorgerufene Hirnhautentzündung. Sie ist relativ selten, dann aber meist mit schweren Verläufen. Vor der Borreliose kann man sich bisher nicht schützen. Bemerkt man allerdings um eine Bisstelle innerhalb von vier bis sechs Wochen nach dem Zeckebiss die so genannte Wanderröte, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Die Wanderröte ist eine ringförmige Rotfärbung der Haut, die sich langsam weiter ausbreitet. Diese wird jedoch nicht in allen Fällen beobachtet, so dass auch scheonbar grundlos auftretendes Fieber hellhörig machen sollte.

Weitere Informationen zu Zecken, deren Verbreitungsgebiete in Deutschland und eine Zeckenwetter-App finden Sie unter http://www.zecken.de

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