Wie herum mit Prothese laufen?    

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Nose-to-knee

Schon die alten Ägypter… aber hey, es stimmt! Schon die alten Ägypter kannten Prothesen! Gut, mit dem heutigen Funktionsumfang, Bequemlichkeit und Materialien hatte das wenig zu tun. Heute rennen Sportler mit j-förmigen Karbonfederprothesen so schnell, wie Sportler mit gesunden Beinen und sie springen sogar weiter, wie der Leichtathlet Markus Rehm dieses Jahr eindrucksvoll zeigte. Man könnte also meinen, ein amputiertes Bein wäre gar keine Behinderung mehr, sondern vielleicht sogar – im Sport – ein Vorteil?!

Rechts- oder linksherum laufen?

Es gibt auch interessante Untersuchungen zum Einfluss der Laufrichtung auf die Leistungsfähigkeit. Klingt komisch? In der Leichtathlethik wird immer gegen den Uhrzeigersinn auf der Bahn gelaufen. Forscher vom Institut für Biomechanik und Orthopädie an der Deutschen Sporthochschule in Köln haben untersucht, ob es eine Rolle spielt, ob ein Sportler die Prothese am linken oder rechten Bein trägt. Und siehe da: Läufer mit einer Prothese am linken Bein konnten schneller durch die Kurve rennen, wenn sie im, und nicht wie üblich gegen den, Uhrzeigersinn liefen. Demnach könnten linksseitig amputierte Athleten bei den klassischen Laufwettbewerben benachteiligt sein.

Daher ist es vielleicht nicht anzustreben, Gelenkschäden so lange hinauszuzögern, bis eine Exoprothese, quasi ein Ersatzteil, nötig wird. Viel häufier werden Endoprothesen eingesetzt, also künstliche Hüft- oder Kniegelenke. 390.000 sind das pro Jahr. Auch Sport ist damit möglich, wenngleich nicht in dem Maße, wie mit einer Endoprothese.

Nose-to-knee Transplantation – Nase-zum-Knie

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Doch auch Endoprothesen sind nur ein Kompromiss. Am besten wäre es natürlich, das Gelenk würde im natürlichen Zustand erhalten bleiben und Schädigungen, z.B. an den Knorpeln im Knie, könnten geheilt werden. Knorpel heilen? Das geht nicht, hieß es lange Zeit. Grund für diese Annahme war, dass man davon ausging, dass sich Knorpelzellen nicht regenerieren können und damit einmal geschädigtes Gewebe für immer kaputt ist. Doch Mediziner haben irgendwie (ich weiß nicht wie!) herausgefunden, dass sich besonders Knorpel aus der Nase sehr wohl teilen können. Nun wird am Universitätsspital in Basel aus der Nase Knorpelgewebe entnommen und im Labor vermehrt. Die Zellen bilden ein dreidimensionales Konstrukt, dass anschließend ins Knie transplantiert wird. Die Ergebnisse sind vielversprechend.

Mehr Hintergründe zu Exo- und Endoprothesen finden Sie in diesem Artikel.

 

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