Sport trotz Asthma    

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Warum will jemand mit Belastungsasthma nochmal (Leistungs)Sport treiben? Weil er es kann!

Jawohl, richtig gelesen. Es erscheint erstmal absurd, aber die Lunge ist nicht das limitierende Element, wenn es um sportliche Leistungsfähigkeit geht. An vorderster Stelle steht das Herz-Kreislauf-System gefolgt von der Muskulatur. Erst an dritter Stelle steht das Atmungssystem. Daher ist es Asthmatikern möglich, mit gut abgestimmter Therapie, die gleiche Leistungsfähigkeit zu erreichen, wie ein lungengesunder Sportler. Besonders trifft das bei Belastungsasthmatikern zu, also solchen Menschen, die asthmatische Beschwerden vor allem während oder nach der sportlichen Aktivität  haben. Dass körperliche Höchstleistung nicht nur theoretisch möglich ist, zeigen die Medaillenstatistiken vergangener Wettbewerbe: Bei den olympischen Winterspielen in Salt Lake City (2002) gewannen die 5,7 Prozent der Asthmakranken Athleten 15,6 Prozent der zu vergebenden Medaillen, bei den Sommerspielen 2004 in Athen gewannen die 7,7 Prozent asthmatischer Sportler 14,4 Prozent der Medaillen.

Medizinisch erlaubtes Doping?

Da die Behandlung des Asthmas aber mit Medikamenten erfolgt, die auf der Liste der unerlaubten Medikamente der World Anti Doping Agentur (WADA) stehen (kurz: Dopingliste), gab es lange Zeit die Diskussion, ob es sich bei der Behandlung um medizinisch erlaubtes Doping handle, was den lungenkranken Athleten sogar noch Vorteile verschaffen könne. Untersuchungen der letzten Jahre scheinen das aber nicht zu belegen. Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass gesunde Athleten durch Einnahme der Medikamente (v.a. Kortikosteroide) eine Leistungssteigerung erfahren würden oder sich andere Vorteile ergeben. Daher betonen Experten wie Prof. Dr. Stephan Sorichter, Chefarzt an der Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin am RKK St. Josefskrankenhaus in Freiburg, dass es Asthmatikern durch die Medikamente überhaupt ermöglicht werde, ihre körperliche Leistungsfähigkeit auszuschöpfen. Einen weiteren Vorteil brächten die Substanzen aber nicht.

Warum Asthma?

Nicht in allen Sportarten ist das Risiko gleich hoch, im Laufe der sportlichen Karriere Asthma zu entwickeln. Denn in den meisten Fällen tritt das Asthma erst im Laufe der Zeit auf. Ein höheres Risiko tragen generell Ausdauersportler, weil sie ihre Lunge über lange Zeit intensiv belasten. Kommen nun Faktoren dazu, welche die Lunge zusätzlich reizen können – wie Feinstaub von Straßen (Radfahren, Triathlon), Stickoxide von Kältemaschinen oder Feinstpartikel von Poliermaschinen (Eisschnelllauf), chlororganische Verbindungen wie Mono- und Trichloramine (Schwimmen) oder einfach kalte Luft (Langlauf, Biathlon, Wintersport) – so können sich im Laufe der Zeit die Beschwerden entwickeln.

Aber Moment, häufig sind schon Kinder betroffen! Doch bei denen haben die Beschwerden nach Belastung häufig noch keinen Krankheitswert. Kinder fangen von 0 auf 100 in der Pause an, schnell zu rennen – das kann die Lunge überfordern. Meist gibt sich das aber wieder.

Bei andauernden Beschwerden nach dem Sport, schwerem Atmen, Husten bis zu 30 Minuten nach Beendigung der Aktivität, sollte aber ein Lungenfacharzt konsultiert werden. Adressen von Fachärzten finden sich auf der Patienteninformationsseite des Berufsverbandes der Lungenärzte www.lungenaerzte-im-netz.de.

Ein ausführlicher Artikel zum Belastungsarthma von mir ist in der Februar-Ausgabe der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin erschienen.

Kommentare (2)

  1. Asthma ist nur ein beliebtes und traditionsreiches Scheinthema. Physiologische Aufklärung wird verpönt. Aus Rücksicht auf die Industrie oder auf den sekundären Krankheitsgewinn, sagt man nicht, dass Druck an einer Lippe den Atem heilend vertieft. Scharfes Einatmen durch die Nase (Atmung nach Frau Strelnikova) und Zusammendrücken der Lippen und Lippenübungen der Fa. Patakara zeigen taugliche Wirkungen und helfen gegen die Fachidiotie. Siehe „Medically unexplained physical symptoms MUPS“ Laut vorherrschender Meinung soll die Grundursache bei Asthma unbekannt sein.

  2. Asthma ist nur verständlich, wenn man einige Reflexe begreift. Fingerdruck an einer Lippe oder bestimmten Flächen der Hände verbessert die Einatmung.
    Also ein Betroffener mit Asthma soll bei Einatmung durch die Nase die Lippen anspannen und sich zusammenreißend die Fäuste ballen.
    Siehe Das System von Atemübungen nach A.N.Strelnikova Link https://www.youtube.com/watch?v=bdeLwRbd4N4
    So wird dem Asthmatiker besser geholfen als mit dem Asthmaspray mit den vielen Nebenwirkungen.

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